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Linz


Letzte, revidierte Wappenbeschreibung im Statut für die Landeshauptstadt Linz 1992 (StL 1992), § 3 (1)-(6) Farben, Wappen und Siegel der Stadt.


Das Stadtwappen entwickelte sich aus dem Siegelbild. Der Gebrauch eines Stadtsiegels ist seit 1242 durch den Ankündigungstext &quot;cum appositione sigilli civium in Linzhae&quot; in einer Wilheringer Urkunde vom 1. März erwiesen. - Das Siegel mit der Umschrift + SIGILLVM . CIVIVM . IN . LINTZ an einer Urkunde vom 14. Oktober 1272 zeigt bereits das doppeltürmige, zinnenbewehrte, offene Stadttor auf felsigem Grund (Fünfberg). - Im frühgotischen Siegel mit der Umschrift + S . VNIVERSORVM . CIVIVM . IN . LINTZ, erstmals an einem mit 28. Jänner 1288 datierten Schiedsspruch des Rates zu Linz, sind die nun am gewellten Wasser stehenden, naturalistisch geformten Türme und der Toraufbau mit Dächern versehen; staatsrechtlich bedeutsam ist die Einbeziehung des österreichischen (rot-weiß-roten) Bindenschildes in das Stadtsiegel.</p><p>Im Privileg vom 10. März 1490 gestattete Kaiser Friedrich III. der &quot;haubtstat unnsers fürstentumbs Österreich ob der Enns&quot; mit erweiterten Stadtfreiheiten auch das Vorrecht der Siegelung in rotem Wachs. - Der erste farbige Beleg des Stadtwappens aus dem Jahre 1503 findet sich als aquarellierte Federzeichnung im Rieder Sebastian-Bruderschaftsbuch.</p><p>Als Folge des absolutistischen Einheitsstaates Österreich unter Kaiser Joseph&nbsp;II. erscheint - im Gebrauch ab 2. August 1785 nachweisbar - im . SIGILLUM . CIVITATIS . LINCENSIS . der nunmehr zu einer staatlichen Magistratsbehörde gewordenen Stadtverwaltung das Stadtwappen untergeordnet als Brustschild des das Siegelfeld beherrschenden, gekrönten, Schwert und Zepter haltenden, kaiserlichen Doppeladlers.</p><p>Im 19. Jahrhundert wandelten sich die &quot;künstlerischen&quot; Darstellungen des Wappens in wahlloser Nachahmung und Vermischung älterer Stilarten zu oft überladenen, formschwachen Bildern. - Die vom Linzer Stadtrat in seiner Sitzung am 22. April 1926 als &quot;richtige Ausführung&quot; anerkannte, von Franz Lehrer und Max Kislinger vorgeschlagene Fassung des Stadtwappens blieb bis zum Jahre 1935 in Geltung. - Mit der Beschreibung im Linzer &quot;Stadtrecht 1935&quot; wurde das von willkürlichen Zutaten früherer Jahrzehnte befreite Stadtwappen erstmals gesetzlich verankert und 1936 auf Grund eines Ideenwettbewerbes seine Darstellung nach dem von einer Jury ausgewählten Entwurf von Franz Lehrer offiziell festgelegt.</p><p>Vereinfachung des als zu farben- und formenreich empfundenen Stadtwappens durch einen 1962/63 von der Stadtverwaltung öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerb. Landesgesetzliche Festlegung im neuen Stadtstatut 1965 mit gleichzeitiger Fixierung der Stadtfarben &quot;Rot-Weiß&quot; zur Unterscheidung von der vom Land Oberösterreich geführten weiß-roten Farbkombination.</p><p>Tor und Türme sind das Charakteristikum der mittelalterlichen wehrhaften Stadt. Die Erweiterung der vorerst auf den Berg beschränkten Siedlung zur Donau herab wurde durch die Aufnahme des Wassers im Schildfuß hervorgehoben. Die Eingliederung des österreichischen (rot-weiß-roten) Bindenschildchens ist der heraldische Hinweis auf die landesfürstliche Stadtherrschaft.

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