Amt der Oö. Landesregierung
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Neukirchen a.d.V.

Wappen der Gemeinde Neukirchen a.d.V.Gemeindewappen: Von Rot und Gold im Wellenschnitt geteilt; oben ein silbernes Hufeisen, überdeckt von schräggekreuzter, goldener Schöpfe und Malzschaufel; unten ein erhöhter, blauer Wellenbalken, darin eine silberne Forelle; im Schildfuß schwarze, unregelmäßige Wellen. Gemeindefarben: Rot-Gelb

Verleihung des Gemeindewappens und Genehmigung der vom Gemeinderat am 18. Februar 1978 festgesetzten Gemeindefarben durch Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 17. April 1978.

Das an Symbolen reiche Gemeindewappen nimmt in der oberen Hälfte durch die alten Zunftzeichen der Brauer - Bierschöpfer und Malzschaufel - Bezug auf den Betrieb in Redl-Zipf, den wichtigsten Wirtschaftszweig in der Gemeinde. - Das den Arbeitsgeräten unterlegte Hufeisen erinnert an den jährlich im November zu Ehren des Pfarrpatrons und "Viehheiligen", dem Schirmherrn über Rind und Ross, stattfindenden Leonhardiritt der Bauern auf festlich geschmückten Pferden von Welsern über Wimm zur Leonhardkapelle. - Das Wellenband ist als Hinweis auf die Vöckla zu verstehen, die spezifizierender Bestandteil des Gemeindenamens ist. - Auf die 1863 in der Ortschaft Redl von Hans Köttl als erste in der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie eingerichtete und zu einer Musteranlage ausgebaute Anstalt zur künstlichen Forellenzucht, die auch heute noch als Lieferant von Speisefischen an die Gastronomie und von Setzfischen für Sportfischerei und Teichanlagen bekannt ist, deutet die Forelle im unteren Teil des Wappens. - Die schwarzen Wellen im Schildfuß dokumentieren die erste, von der RAG in Oberösterreich niedergebrachte und am 25. Mai 1956 in einer Tiefe von 2.581 m fündig gewordene Explorations-Tiefbohrung nach Erdöl mit der Bezeichnung "Puchkirchen 1" in der Ortschaft Unterthumberg auf Neukirchner Gemeindegebiet. - Entwurf des Wappens: Herbert Erich Baumert, Linz

Bürgermeister seit 
Streibl Anton01.01.1849
Starzinger Ferdinand01.01.1850
Stockinger Anton01.01.1858
Stögmüller Josef27.02.1861
Kienast Johann23.07.1864
Schaup Wilhelm Dr01.01.1866
Seiringer Anton07.11.1871
Kofler Georg18.03.1876
Streibl Anton10.03.1879
Bachler Johann15.03.1882
Zeilen 1 bis 10 von 40

Legende

*1geschäftsführend / provisorisch
*2erst provisorisch, dann gewählt
*3gewählt, aber nicht angenommen
00.00.0000Datum unbekannt
01.01.genaues Datum unbekannt
(....)Wiederwahl
Name Gründung 
Vb Arb.RadfahrerV Ö (OGr) Zipf17.06.1912
Vb Brauereiarb., Faßbinder ... Ö (OGr) Zipf22.12.1905
UFonds Brauerei Zipf31.10.1896
Zeilen: 3
Name Gründung 
FF Wegleiten14.10.1900
FF Ackersberg04.01.1899
FF Neukirchen an der Vöckla01.01.1878
Zeilen: 3
Name Gründung 
Dt. SchV (OGr) Zipf31.05.1883
Zeilen: 1
Neukirchen an der Vöckla



KZ Schlier Redl-Zipf


Ort: Zipf, OG Neukirchen an der Vöckla
Errichtung: 11.10.1943 als Außenkommando des KZ Mauthausen
Auflösung: 3.5.1945; Überstellung der Häftlinge nach KZ Ebensee
Höchststand an Häftlingen: 1.488
Opfer: mindestens 267
Zweck des Lagers: Stollenbau, Erzeugung von Raketentreibstoffen, Prüfung von Raketentriebwerken
Kurzgeschichte: Zur Herstellung des als Treibstoff für die Raketenwaffe V2 benötigten flüssigen Sauerstoffs sowie zur Prüfung von Raketentriebwerken wurden seit Herbst 1943 entsprechende Anlagen in Redl-Zipf errichtet; für dieses Vorhaben beschlagnahmte die Wehrmacht Teile der Brauerei Zipf. Bei Auf- und Ausbau der Anlagen setzte man auch KZ-Häftlinge ein. Am 11. Oktober 1943 wurde das KZ Schlier eingerichtet, der höchste Häftlingsstand betrug 1.488 Mann. Das Lager bestand bis 3. Mai 1945, unmittelbar vor dem Eintreffen der US-Truppen wurden die Häftlinge in das KZ Ebensee überstellt. Insgesamt meldete das KZ Schlier 267 Tote. Da man beim Bau der Anlagen Sicherheitsmaßnahmen weitgehend unterließ, kam es im Februar und August 1944 zu schweren Explosionen, denen insgesamt 37 Personen, fast ausschließlich zivile Techniker, zum Opfer fielen. Die Betriebsleitung behauptete Sabotage durch KZ-Häftlinge, mindestens ein Häftling wurde in der Folge hingerichtet. Ab 13. April 1945 befand sich in Schlier Redl-Zipf auch das vorher im KZ Sachsenhausen (Oranienburg bei Berlin) zur Fälschung von Banknoten herangezogene Kommando der "Aktion Bernhard", das hier aber nicht mehr zum Einsatz kam.
Quellen: OÖLA, jüd. Gräber; ferner Archiv der Ortsgemeinde Neukirchen an der Vöckla (hier Totenliste KZ Schlier Redl-Zipf in Kopie, Original bei Amicale Mauthausen, Paris); ferner Haftstättenverzeichnis, KZ Mauthausen, S. 184
Literatur: Maršálek, Mauthausen, S. 76; Hawle-Kriechbaum-Lehner, Täter und Opfer, S. 61ff.; Geschichte Neukirchen an der Vöckla, S. 51ff.; Burger, Unternehmen Bernhard, S. 191ff.



Gedenkstein KZ Schlier Redl-Zipf


Ort: Zipf, Pfarrhof Langwies, OG Neukirchen an der Vöckla
Betreuung des Kleindenkmals: Brauerei Zipf
Anreise: Individualverkehr: Frankenburger Landesstraße, ab Kreuzung Lichtenegger Gemeindestraße ca. 1 km Richtung Ortsmitte Redl, Pfarrkirche; öffentlicher Verkehr: Westbahn, Bahnhof Zipf, Fußmarsch ca. 1 km bis Brauerei Zipf, dort Richtung Redl ca. 500 m bis Pfarrkirche
Kurzgeschichte: Im Sommer 1980 übergab die französische Kameradschaft der Häftlinge des KZ Mauthausen der Gemeinde Neukirchen an der Vöckla eine Kopie des Totenbuchs des KZ Schlier mit dem Ersuchen, in Redl-Zipf ein Denkmal zu Ehren der Häftlinge dieses Lagers zu errichten. Nach reger Diskussion in der Gemeinde wurde im Jahre 1985 mit Unterstützung des Innenministeriums, der oö. Landesregierung sowie der heimischen KZ-Verbände das hiesige KZ-Denkmal errichtet.
Quelle: BM für Inneres, Archiv Abt. III/7, Aktenbestand 3552 (ganzer Bestand)
Literatur: Geschichte Neukirchen an der Vöckla, S. 51ff.



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